220.02 Nutzungsflexibilität
Vorgabenbeschrieb
Innerhalb der Nutzungszonen sind wesentliche Änderungen der Raumaufteilung ohne Eingriff ins Tragsystem möglich.
Die Hauptnutzungsräume lassen sich innerhalb der Nutzungszone flexibel ganz oder teilweise zusammenlegen und/oder aufteilen. Für Wohnen: alle Wohnungstrennwände tragend, alle Wände zwischen den Zimmern nicht tragend oder „Schaltzimmer“ zwischen den Wohnungen. Für Schulbauten: z.B. Aussenwände, Wände Treppenhaus und Korridor tragend, Rest nicht tragend.
Nachweisbeispiel
Als Nachweis können folgende Dokumente phasengerecht erwartet werden (Auszug Vorgabenkatalog Zusatz ECO, Version 2023.1):

Um Gebäude flexibel zu nutzen, sind einfache, klar gegliederte Strukturen (vertikal und horizontal) sowie schnell anpassbare Installationen von Vorteil. Durch farbige Markierung der entsprechend relevanten Bauteile in Grundriss und Schnitt verschaffen schnell einen Überblick, ob ein Gebäude innerhalb derselben Nutzung oder zu einer anderen Nutzung schnell und ohne grossen baulichen Aufwand umgenutzt werden kann.
Bei der Fassadengestaltung entscheidet der Abstand zwischen den Öffnungen und Anschlussmöglichkeiten für die Innentrennwände über die mögliche Raumaufteilung.
Optimale Raumhöhen lassen spätere Umnutzungen uneingeschränkt zu und werden bei dieser Vorgabe positiv bewertet. Mögliche Zielkonflikte sollten im Vorfeld identifiziert werden und die Umsetzung, nur bei gesamtheitlich positiver Auswirkung, angestrebt werden.
Gerade in frühen Planungsphasen lohnt es sich, verschiedene Grundrissvarianten hinsichtlich Nutzungsflexibilität zu vergleichen und den Entscheid zu dokumentieren. Dies erleichtert die Nachvollziehbarkeit im Zertifizierungsprozess und zeigt, dass die Vorgabe bewusst berücksichtigt wurde.
Beispiele
Die folgenden Beispiele zeigen unterschiedliche Arten von Plandokumentationen, welche die Anforderungen an Nutzungsflexibilität transparent machen.
Beispiel 1: Grundrisse EG-1.OG mit eingezeichneten tragenden Elementen (tragende und nicht tragende Elemente sind farbig markiert gemäss Legende)
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Beispiel 2: Grundrisse UG-2.OG mit eingezeichneten tragenden Elementen (tragende und nicht tragende Elemente können für den Nachweis nachträglich in den Plänen markiert werden, wichtig ist, dass die Nutzungsflexibilität bei der Planung berücksichtigt und sinnvoll optimiert wird).
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Beispiel 3: Geschosshöhen sind aus den Plänen ersichtlich (Schnitte) und für spätere Umnutzung optimal bemessen.

Ergänzend zu den Plänen kann eine kurze Erläuterung (1–2 Sätze) hilfreich sein, in der die gewählte Struktur, mögliche zukünftige Nutzungen und allfällige Einschränkungen beschrieben werden.
Beispiel für gelungene Umsetzung in einem Projekt (provisorisch oder definitiv zertifiziert): Neubau Primarschule Walkeweg in Basel






