3 Ein- und Ausgabebeispiele
3.1 Beispiel 1: Ausgangslage
2 Fenster unterschiedlicher Grösse und unterschiedlicher baulicher Verschattung in Süd-Ausrichtung, 1 Fenster mit West-Ausrichtung.
G-Wert der Verglasung 53 %. Die Anforderung an den Gesamtenergiedurchlassgrad liegt im Mittel bei 7.1%.
Wird an allen Fenstern ein Gesamtenergiedurchlassgrad von 7% umgesetzt, sind die baulichen Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz eingehalten. Der Wärmeeintrag von Fenstertyp 1 & 2 bei aktiviertem Sonnenschutz ist aufgrund der baulichen Verschattung von Fenstertyp 2 fast identisch.


3.2 Beispiel 2: Wegfall eines Fensters
Fenstertyp 1 entfällt. Die Anforderung an den mittleren Gesamtenergiedurchlassgrad steigt von 7.1% auf 12.5%.
Wird an den verbleibenden Fenstern ein Gesamtenergiedurchlassgrad von 7% umgesetzt, sind die Anforderungen an den baulichen sommerlichen Wärmeschutz «übererfüllt». Es bestehen Reserven bei der Speicherkapazität des Raumes von rund 23%.


3.3 Beispiel 3: Wegfall eines Fensters und variable Gestaltung des g-total
Fenstertyp 1 entfällt. Die Anforderung an den mittleren Gesamtenergiedurchlassgrad beträgt 12.5%.
Wenn alternativ an Fenstertyp 2 ein Gesamtenergiedurchlassgrad von 24% und an Fenstertyp 3 ein Gesamtenergiedurchlassgrad von 9% umgesetzt wird, sind die baulichen Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz weiterhin eingehalten.


3.4 Beispiel 4: Wegfall eines Fensters und möglicher Verzicht auf Sonnenschutz
Fenstertyp 1 entfällt. Der g-Wert der Verglasung von Fenstertyp 2 wird auf 40% reduziert. Damit steigt die Anforderung an den mittleren Gesamtenergiedurchlassgrad von 12.5% auf 15%.
Wird an Fenstertyp 3 ein Gesamtenergiedurchlassgrad von 7% umgesetzt, kann zur Einhaltung der baulichen Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz bei Fenstertyp 2 auf einen Sonnenschutz verzichtet werden. Der Gesamtenergiedurchlassgrad bei Fenstertyp 2 entspricht dem Energiedurchlassgrad der Verglasung.


Bedingung für die Einhaltung der baulichen Grundanforderungen nach Verfahren 2
- Die empfohlene Windfestigkeit wird umgesetzt oder ein externer Nachweis wird geführt
- Der maximale Wärmeeintrag beträgt ≤ 100%
- Die Speichermasse > 0 Wh/m2K
- Projektgrundlagen, Ausrichtungen und Fenster sind korrekt eingegeben
- Der Energiedurchlassgrad der Verglasung ist ≤ Gesamtenergiedurchlassgrad