11.2 Erbringung des Nachweises
11.2.1 Nachweis für die provisorische Zertifizierung
Spezifischer Jahresertrag [kWh/kWp]
Wird ein höher Jahresertrag als der Standardwert von 800kWh/kWp geltenden gemacht, so ist ein externer Nachweis der Ertragsberechnung unter Berücksichtigung aktueller Wetterdaten beizulegen.
- Bei Meteonorm ist die Version 7.3 (Strahlungdaten von 1996 - 2015) oder neuer zu verwenden. Ältere Versionen von Meteonorm sind zulässig, sofern sie eine Zeitspanne von 20 Jahren oder mehr abdecken.
Für die externe Berechnung des Jahresertrages sind folgende Tools zugelassen:
- Polysun
- PVGIS
- Grundsätzlich Datenbank «PVGIS-SARAH» / «PVGIS-SARAH2» verwenden
- Systemverluste konstant auf 14 % setzen
- Für nicht-alpine Standorte (d.h. inkl. Jura) unter 1000 m.ü.M. dürfen die Ertragswerte ohne weitere Korrektur in den Minergie Nachweis übernommen werden.
- Bei Standorten über 1000 m.ü.M. können die aus PVGIS erhaltenen Erträge um maximal 30 % erhöht werden.
- PVopti
- PV*SOL
- PVSyst
- Archelios PRO
- Solar-Toolbox, nur in Absprache mit der Zertifizierungsstelle
Andere Tools sind für die Berechnung des Jahresertrages nicht zugelassen. Tool-Anbieter können sich bei Interesse einer Akkreditierung an die Geschäftsstelle von Minergie wenden.
Nachweis der nutzbaren Dachfläche
Die nutzbare Dachfläche muss mit Plänen der Dachaufsicht inkl. Bemassungen und Ausrichtung belegt werden.
Anlagenverluste / Optimierung Anlage
Für PV-Anlagen werden Performance Ratio von 82 % als realistisch erachtet. Für die Anlagenverluste werden folgende Werte angenommen:
- Mismatching: 4 %
- Kabelverluste: 2 %
- Verschmutzung: 2 %
- Degradation: 0 % (für die Minergie Berechnung wird die neue Anlage berücksichtigt, Standardwert 0.5 %/p.a.)
- Wechselrichterverluste: Spezifisch je Produkt
Allfällige Optimierungen folgender Parameter sind mit entsprechenden Berechnungen nachzuweisen:
- Kabelverluste (inkl. Übergangswiderstände der Steckverbindungen)
- Mismatch: Falls ein Optimizer eingesetzt wird, kann der Verlust auf 2 % reduziert werden.
Die Berechnungen gehen von einer optimalen String-Dimensionierung und keinen Verschattungen durch Gebäudeteile wie z.B. Lukarnen und Kamine aus. Falls solche Elemente vorhanden sind, sind die Ertragseinbussen nachzuweisen und die entsprechend tieferen Werte einzusetzen.
Weitere Faktoren (vorläufig nicht beeinflussbar, aber in gewissen Programmen hinterlegt):
- Windbeeinflussung: 50 % der Windgeschwindigkeit (aus den Wetterdaten)
- Auswahl zur Hinterlüftung: Mittelwert einsetzen
- Temperaturen (aus den Wetterdaten) werden über Temperaturkoeffizienten (abhängig von den Moduldaten) berücksichtigt und haben eine nennenswerte (nicht direkt beeinflussbare) Auswirkung auf den Ertrag
Eigenverbrauchsrate [%]
Bei allen Gebäudekategorien kann die Eigenverbrauchsrate mittels einer Kalkulation optimiert und ein höherer Wert statt dem Standardwert für den Nachweis geltend gemacht werden. Zugelassene Tools sind:
- PVopti
- Polysun
Andere Tools zur Optimierung der Eigenverbrauchsrate sind nicht zugelassen.
Mit der Wahl eines Minergie-Modul Monitoring mit der Zusatzfunktion EMS, wird die Eigenverbrauchsrate im Nachweis ebenfalls erhöht.
11.2.2 Nachweis für die definitive Zertifizierung
Inbetriebsetzungsprotokoll: Mit der Baubestätigung ist das Inbetriebsetzungsprotokoll der installierten PV-Anlage einzureichen. Dieses Protokoll enthält mindestens folgende Angaben:
- Installierte Leistung (in kWp)
- Typ der installierten Panels
- Ort, Datum der Inbetriebsetzung
- Firma, die die Inbetriebsetzung vorgenommen hat mit Namen und Unterschrift der verantwortlichen Person
- Angaben, wie das Lastmanagement/Betriebszeitenregulierung der Energieerzeugung umgesetzt wurde (falls im PVopti angewählt)
- Elektrischer Speicher/Batterie: Wenn im PVopti ein elektrischer Speicher zur Optimierung der Eigenverbrauchsrate angegeben wurde, so ist dieser anhand eines Lieferscheins zu belegen.