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2.4  Abschätzung Minergie im Vorprojekt

Die Anleitung dient dazu, in frühen Projektphasen abschätzen zu können, ob der gewünschte Minergie-Standard erreicht wird. Diese Abschätzung ist kein Garant, dass ein Projekt nach Minergie zertifiziert werden kann und ersetzt die vollständigen Minergie-Antragsunterlagen nicht.

Die Abschätzung erfolgt im Minergie-Nachweis. Die in Tabelle 4 aufgeführten Eingaben sind minimal notwendig, um eine Abschätzung vorzunehmen. Falls weitere Werte bekannt sind, können diese zusätzlich eingegeben werden. Das Resultat wird dadurch genauer.

BezeichnungHinweise
Gebäudespezifikation
Gebäudestandort / Kanton 
Art des Nachweises / Klimastation 
Gebäudekategorie 
Mit Warmwasser?siehe Kapitel 8
Energiebezugsfläche 
Neubau 
GebäudehüllzahlRichtwerte: MFH 1 - 2; EFH 1.4 - 2.8; Verwaltung 0.7 - 2.1
Heizwärmebedarf
Heizwärmebedarf mit 
Standardluftwechsel

Der Grenzwert Qh,li wird im Nachweisformular berechnet und kann daraus übernommen werden.

Falls die Gebäudehülle deutlich besser geplant ist, kann der Wert entsprechend tiefer gewählt werden.

Heizwärmebedarf mit effektivem 
Luftwechsel

Bei Lüftungsanlagen mit WRG ist der Qh,eff tendenziell tiefer als der Qh, bei Lüftungsanlagen ohne WRG tendenziell höher als der Qh.

Für EFH und MFH kann für eine groben Abschätzung folgende Formel verwendet werden: 

  • Qh,eff [kWh/m2] = 1.1 * (Qh + 20.56 * (1/0.7 * V'_Ae - 1)


wobei:

  • Oh: Heizwärmebedarf mit Standardluftwechsel [kWh/m2]
  • V'_Ae: thermisch wirksamer Aussenluftvolumenstrom
Lüftung
Kleinanlagen mit StandardwertenNur bei Gebäudekategorien EFH/MFH < 2'000 mEBF oder Verwaltung/Schulen < 1'000 m2 EBF
Standard-LüftungsanlagentypStandardauswahl: Lüftung + WRG
Anzahl Räume mit Zuluft 
Wärmerückgewinnungs-WärmetauscherStandardauswahl: Kreuzstrom
Ventilatorenantrieb mitStandardauswahl: DC/EC-Motor
Kühlung oder Befeuchtung vorhanden? 
Thermisch wirksame Aussenluftrate

Nur für Lüftungsanlagen über 1'000 m3/h 

Für die thermisch wirksame Aussenluftrate kann ein Wert von 0.35 m3/h pro m2 EBF angenommen werden

Strombedarf Lüftung + 
Vereisungsschutz

Nur für Lüftungsanlagen über 1'000 m3/h

Für den Strombedarf Lüftung + Vereisungsschutz kann ein Wert von 3 kWh pro m2 EBF angenommen werden.

Wohneinheiten/Gebäudehöhe
Anzahl Wohneinheiten

Nur für Wohnbauten

Falls die Wohnungsgrössen noch nicht bekannt sind, kann eine durchschn. Grösse von 125 mangenommen werden.

Gebäudehöhe

Die Gebäudehöhe wird für die Anpassung der Anforderung an die MKZ benötigt und ist für Gebäude mit mehr als 10 m Gebäudehöhe wirksam.

Falls die Gebäudehöhe nicht genau bekannt ist, kann diese ungefähr abgeschätzt werden. Die durchschnittliche Geschosshöhe im Wohnbau beträgt 2.80 m.

Elektrizität/Eigenstromproduktion/Wärmeerzeugung
Beleuchtungsnachweis vorhanden

Nur für Zweckbauten < 1'000 m2 EBF

Auswahl «Nein», damit mit den um 20 % erhöhten Standardwerten gerechnet wird.

Installierte LeistungFalls die Grösse der PV-Anlage noch unbekannt ist, kann mit der minimalen Grösse von 10 W/m2 EBF gerechnet werden.
Wärmeerzeugung

Standardwert für Nutzungsgrad/JAZ verwenden, sofern die spezifische Werte nicht bekannt sind. Deckungsgrade für den jeweiligen Wärmeerzeuger angeben.

Weitere Wärmeerzeuger können als «weitere Wärmeerzeuger» eingegeben werden.

Es ist zu beachten, dass bei Minergie-Gebäuden (alle Standards) die Wärme für Heizung und Warmwasser nicht mittels fossiler Energieträger erzeugt werden darf.

Tabelle 4: Eingaben für Abschätzung in Vorprojektphase

Wenn alle Eingaben gemacht sind, werden die Resultate angezeigt. Tabelle 5 zeigt auf, welche Werte eingehalten werden müssen und was unternommen werden kann, falls nicht.

BezeichnungHinweis
Minergie-Kennzahl

Falls «Nein», kann folgendes unternommen werden:

  • Optimierung Gebäudehülle
  • Optimierung Gebäudetechnik (Wärmeerzeugung, Warmwasser oder Lüftung)
  • Erhöhung der Eigenstromproduktion oder des Eigenverbrauchs 


Ausserdem können in folgenden Bereich noch genauere Angaben gemacht werden, die die Qualität der Abschätzung präzisieren:

  • Optimierung Elektrizität (Beleuchtung, Effiziente Geräte)
  • Optimierung Warmwasser (Armaturen)
Heizwärmebedarf

Falls «Nein», kann folgendes unternommen werden:

  • Optimierung Gebäudehülle
Minimale Grösse der
Eigenstromerzeugung

Falls «Nein», kann folgendes unternommen werden:

  • Erhöhung der Eigenstromproduktion 
Sommerlicher WärmeschutzWird bei der Grobabschätzung nicht betrachtet. Falls zu dieser Anforderung ebenfalls eine Aussage gewünscht wird, kann das Blatt «Sommer» ausgefüllt werden.
Höchstanteil fossiler Energie

Falls «Nein», kann folgendes unternommen werden:

  • Wechsel des Wärmeerzeugers oder Ergänzung mit einem Wärmeerzeuger mit einem höheren Anteil erneuerbarer Energie
Tabelle 5: Übersicht Resultate